Rückschulung

Möglichkeiten und Gefahren

Eine Rückschulung der Händigkeit bedeutet die Wiederbenutzung der dominanten linken Hand zum Schreiben und benötigt ausreichend Zeit!

 

Die Entscheidung über eine Rückschulung auf die ursprünglich dominante Schreibhand muss auf jeden Fall sorgfältig getroffen werden und ist in Beratungsgesprächen abzuklären!

 

Folgende Umstände müssen abgeklärt werden:

  • Alter des Betroffenen
  • Einstellung des Betroffenen und seiner Bezugspersonenzu einer Rückschulung
  • Alter des Kindes, Ort und Art & Weise der stattgefundenen Umschulung
  • Grad der Umschulung
  • Art der Umschulungsfolgen & ihre Ausprägungen
  • beidhändig durchgeführte Tätigkeiten
  • Bedeutung und Rolle des Schreibens im gegenwärtigen Leben (Ausbildung, Beruf, Privat)
  • aktuelle Lebensbedingungen (Krisen, Krankheit)
  • Erwartungen

 

Ein weiterer Aspekt einer Rückschulung ist die Schreibberatung, um die richtige Stift- und Schreibhaltung von Anfang an korrekt zu erlernen und Fehlhaltungen zu vermeiden.

Kinder, Jugendliche

Die Altersgrenze ist von der Fähigkeit des einzelnen, schnell genug mit der nicht so geübten, aber dominanten Hand schreiben zu können, abhängig. Die Schriftgeschwindkeit mit der linken Hand darf nicht zu weit unter den Anforderungen liegen, die im Unterricht gestellt werden.

 

Voraussetzungen für eine Rückschulung:

  • Beginn der Schulung bis spätestens vor Einsetzen der Pubertät (noch nicht abgeschlossene Reifung des Gehirns), im Optimalfall
  • Beachten der Lebenssituation und der Familienverhältnisse (z.B. Scheidung, Trennung der Eltern, Schulwechsel)
  • Keine Vorurteile der Eltern gegenüber Linkshändigkeit bzw. der Rückschulung
  • Alle Familienmitglieder müssen der Rückschulung zustimmen und Unterstützung bieten
  • geregelter Tagesablauf und ausreichend Zeit für Übungen & Entspannung
  • vorhandene Motivation und Freiwilligkeit des Kindes
  • Unterstützung und Einfühlungsvermögen der Lehrer und Betreuer des Kindes

Erwachsene

Eine Rückschulung bedeutet die Umschulungsfolgen zu überwinden, d.h. ebenfalls ein im Gehirn aufgebautes System außer Kraft zu setzen, und zwar mit allen denkbaren Begleiterscheinungen psychischer und physiologischer Art.

Dies stellt ebenso einen Prozess, wie einst bei der Umschulung der Händigkeit, dar!

 

Um mögliche Begleiterscheinungen zu vermindern, ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass keine Selbstversuche zur Rückschulung unternommen werden sollten. Es wird empfohlen, das  von Fr. Dr. Sattler entwickelte Rückschulungskonzept unter fachlicher Anleitung zu beginnen.

 

Voraussetzungen für eine Rückschulung:

  • sehr hohe Motivation, Geduld
  • Wissen über den Prozess der Rückschulung & Erkennen der Problematik
  • Unterstützung und Verständnis des Partners und der Familie
  • Integration in den Tagesablauf: ausreichend Zeit für Übungen
  • Einschätzung der Schreibanforderungen im Beruf
  • Stabilität im Berufs- und Privatleben
  • Geringes Stresspotential durch berufliche Umstände und Anforderungen, sowie familiäre oder emotionale Umstände, Krisen
  • Zusätzliche Begleitung durch einen Psychotherapeuten ist sinnvoll
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© Margit Rieger BSc