Umschulung

Es gibt 2 Formen der Umschulung der Linkshändigkeit

 

  1. Die allseits bekannte, wobei Kinder in der 1. Klasse Volkschule und/oder im Elternhaus mittels zum Teil sehr rigiden Maßnahmen zum Gebrauch der rechten Hand gezwungen wurden. Die Methoden reichten von permanenter Zurechtweisung, über Schläge auf die Finger bis hin zum Eingipsen der linken Hand.

 

  1. Die noch sehr wenig beachtete Umschulungsform, welche aber auch Heute noch stattfindet, die aufgrund des natürlichen Nachahmungsverhaltens eines Kindes bzw. durch eine sanfte Einflussnahme der allgegenwärtigen rechtshändigen Umwelt passieren kann.

 

 

Zu Punkt 1:

Erst Ende der 60er-, Anfang der 70er-Jahre fand allgemein zur Methode der „Umerziehung“ auf die rechte Hand ein Umdenken statt. Nicht aufgrund der möglichen fatalen Folgen, sondern, da sich in dieser Zeit, die gewaltfreie Erziehung  langsam in der Gesellschaft zu etablieren begann.

Das gänzliche Verschwinden dieser, heute erfreulicherweise zum Relikt gewordenen pädagogischen Überzeugung, hat bei vereinzelten älteren Volksschullehrer_innen doch etwas länger gedauert, wie uns eine heute Anfang 30-jährige Teilnehmerin berichtete. Ihr wurde von ihrer Lehrerin der 1. Klasse Volksschule vorgeschlagen, es 1 Jahr lang  rechts mit dem Schreiben zu versuchen. Wenn sie es nicht schaffe, dann könnte sie bei der linken Hand bleiben. Sie fühlt sich heute von dieser Lehrerin ausgetrickst.

Auch in den Familien entwickelte sich dieses Umdenken offenbar viel langsamer. Zwei Teilnehmerinnen, in einem ähnlichen Alter, wurden bereits vor der Volksschule im Elternhaus umgeschult. Im Familienverband geschah dies meist aus der Überzeugung heraus, dass man

es als „Rechtshänder_in“ im Leben leichter hätte.

 

 

Zu Punkt 2:

Besonders betroffen sind hier Kinder, die alles richtig machen wollen und eher konfliktscheu sind. Auch eine Erziehung zu einem eher allgemein angepasstem Verhalten kann für diese Umschulungsform mitausschlaggebend sein. Diese Kinder fallen im klassischen Sinn als Linkshänder_innen nie auf.

 

Auch ältere Menschen können von dieser Umschulungsform betroffen sein!

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© Margit Rieger BSc